Foto-Lexikon: So können Sie die Sonne fotografieren

Foto: Aedka Studio/Shutterstock
Wenn du die Sonne fotografieren möchtest, musst du dabei behutsam vorgehen. Wir erklären dir, wie du schöne Aufnahmen anfertigst, ohne Augen und Kamera zu schädigen.
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Die Sonne fotografieren
Wenn du dich schon einmal gefragt hast, ob du die Sonne eigentlich fotografieren kannst, darfst du dich jetzt freuen. Ja, du kannst sie aufnehmen, allerdings solltest du nicht nur die richtigen Kameraeinstellungen kennen, sondern auch auf den Schutz von Augen und Equipment achten. Sonst hast du nicht nur total überbelichtete Fotos, sondern vielleicht auch eine kaputte Kamera. Egal ist dabei, ob es sich um eine Smartphone- oder eine Spiegelreflexkamera handelt. Vor allem dein Auge kann nachhaltige Schäden davontragen. Hast du aber die richtige Ausstattung und gehst behutsam dabei vor, spricht nichts gegen die Mission „Sonne fotografieren“.
WICHTIG: Niemals direkt in die Sonne schauen oder fotografieren. Immer spezielle Filter oder Folien dazu verwenden.
1. Die Gefahren
Schon als Kind hast du vermutlich den Satz gehört: „Schau nicht direkt in die Sonne!“. Zu Recht, wie du später als Erwachsener weißt. Schaust du zu lange ungeschützt in das Sonnenlicht, riskierst du, die Hornhaut dauerhaft zu schädigen. Diese Grundregel gilt natürlich auch für Fotografie. Der Grund dafür liegt in den Linsen. Diese wirken wie Lupen und bündeln die Sonnenstrahlen. Vor allem bei größerer Brennweite kann das sehr gefährlich werden. Daher darfst du niemals durch den Sucher schauen, wenn du die Sonne fotografieren möchtest. Es ist auf jeden Fall besser, das Foto über den Vorschaubildschirm zu kontrollieren. Moderne Systemkameras mit elektronischem Sucher (EVF) sind hier im Vorteil, da kein direktes optisches Licht ins Auge gelangt.

Foto: Lukasz Pawel Szczepanski/Shutterstock
2. Experimentieren nötig
Das Fotografieren der Sonne ist nicht über Nacht erlernt. Meist musst du mit dem Equipment und den Einstellungen längere Zeit experimentieren, bis du das richtige Set-up gefunden hast. Gerade Lichtverhältnisse und Tageszeit haben großen Einfluss auf das Ergebnis, daher lohnt sich hier das Ausprobieren besonders.
3. Die Ausrüstung
Damit du die Sonne fotografieren kannst, brauchst du kein allzu aufwändiges Equipment. Im Prinzip genügen ein stabiles Stativ, ein Teleobjektiv mit hoher Brennweite, die richtigen Filter sowie eventuell einen Telekonverter. Letzterer macht auch kleinere Details auf der Sonne sichtbar. Wichtig sind hierbei die speziellen Filter, welche die Technik vor den intensiven Sonnenstrahlen schützen. Sonst kann sie Schaden nehmen, wie zum Beispiel der Sensor oder gar die Hardware inklusive Spiegel und Verschlussklappen. Die Kamera muss daher unbedingt durch spezielle Filter und Folien geschützt werden. Ein Fernauslöser kann zusätzlich helfen, Verwacklungen zu vermeiden.
4. Das Teleobjektiv
Wie bereits erwähnt, brauchst du für Aufnahmen von der Sonne ein Teleobjektiv mit hoher Brennweite. Schöne Ergebnisse erzielst du bereits mit einer Brennweite von 400 Millimeter. Gehst du auf 1.000 Millimetern, dann werden auf der Sonne auch Details sichtbar. Je höher die Brennweite, desto wichtiger wird allerdings auch ein stabiles Stativ.

Foto: Eva Erdem/Shutterstock
5. Die Filter
Es gibt spezielle Filter oder Folien, mit denen das Fotografieren der Sonne möglich ist. Sie besitzen eine hohe optische Dichte und dämmen die Sonnenlichtstärke so weit ein, dass die Kamera keinen Schaden nimmt. Das können Graufilter (ND-Filter = Neutraldichtefilter) oder eigene Sonnenfilter (Weißlichtfilter) sein. Diese lassen nur einen bestimmten Anteil des Sonnenlichts durch. Wichtig ist, dass sie unbeschädigt und qualitativ hochwertig sind. Empfohlen wird Zubehör, das nach „ISO 12312-2“ zertifiziert ist. Diese Norm stellt sicher, dass die Filter für die direkte Sonnenbeobachtung und Fotografie geeignet sind.
Tipps
- Die Belichtungszeit solltest du in etwa auf 1/250 Sekunden einstellen.
- Von Profis werden f/8 oder f/16-Blenden empfohlen.
- Der optimale ISO-Wert liegt bei 100 oder 200.
- Idealerweise speicherst du die Fotos im RAW-Format ab. Damit kannst du sie später besser nachbearbeiten.
- Ein Stativ sorgt dafür, dass die Bilder nicht unscharf werden.
- Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, verwendest du einen Fernauslöser.
- Willst du mit dem Smartphone die Sonne fotografieren, solltest du vorher auf jeden Fall die Einstellungen prüfen. Belichtung, Blende und Verschlusszeit können dort idealerweise verändert werden. Viele aktuelle Smartphones bieten dafür einen Pro-Modus. Auch hier sind spezielle Filter zum Schutz vor dem grellen Sonnenlicht unbedingt nötig.
- Besonders stimmungsvolle Bilder entstehen bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, da das Licht hier weicher ist.
FAQ: Häufig gestellte Fragen
Welche Filterstärke brauche ich für Sonnenfotografie?
Für direkte Sonnenaufnahmen werden extrem starke Filter benötigt, meist mit einer Dichte von ND100000 oder spezielle Sonnenfilter. Normale ND-Filter aus der Landschaftsfotografie reichen dafür nicht aus.
Kann die Kamera beim Fotografieren der Sonne kaputtgehen?
Ja, ohne geeigneten Schutz können Sensor, Verschluss oder interne Bauteile durch die gebündelte Hitze beschädigt werden (vor allem bei längerer Belichtung).
Warum wirkt die Sonne auf Fotos oft kleiner als in echt?
Das liegt an der verwendeten Brennweite. Weitwinkelobjektive lassen die Sonne sehr klein erscheinen, während Teleobjektive sie deutlich größer abbilden.
Kann ich Sonnenflecken fotografieren?
Ja, allerdings nur mit sehr hoher Brennweite und speziellen Sonnenfiltern. Ohne professionelle Ausrüstung bleiben diese Details meist unsichtbar.
Fazit
Das Fotografieren der Sonne ist technisch anspruchsvoll und erfordert besondere Vorsicht, bietet aber gleichzeitig beeindruckende kreative Möglichkeiten. Mit geeigneter Ausrüstung, sorgfältiger Planung, den richtigen Einstellungen und einem sicheren Umgang kannst du faszinierende Aufnahmen erzielen. Wenn du die Grundlagen beachtest und etwas experimentierst, kannst du sowohl mit Kamera als auch Smartphone überzeugende Ergebnisse erreichen.
