Fotografie: Welches Objektiv brauchst du wofür?

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Welches Objektiv brauchst du für Porträt, Landschaft oder Hochzeit? Dieser Guide erklärt Brennweiten, Objektivtypen und gibt dir die besten Tipps für deine Kamera.
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Der große Guide zur Objektiv-Wahl
Die Wahl des richtigen Objektivs entscheidet in der Fotografie oft stärker über die Bildwirkung als die Kamera selbst. Während moderne Kameras technisch immer leistungsfähiger werden, bleibt das Objektiv der entscheidende Faktor für Bildausschnitt, Perspektive, Schärfe und Lichtstärke. Die Auswahl reicht von Weitwinkel über Tele bis hin zu spezialisierten Festbrennweiten, zudem hat jedes Objektiv seinen ganz eigenen Einsatzzweck. Viele starten mit einem Kit-Objektiv, stoßen aber schnell an Grenzen, wie etwa bei schlechten Lichtverhältnissen, weit entfernten Motiven oder gezielter Hintergrundunschärfe.
Generell sind die meisten Kameras im Kit mit einem Objektiv erhältlich. Dieses deckt die meisten alltäglichen Bedürfnisse ab, in normalen Situationen kannst du damit ansehnliche Fotos knipsen. Doch schon bei lichtschwachen Umgebungen, bei weit entfernten Motiven oder bei Landschaftsfotografie ist der Einsatz eines speziell dafür entwickelten Objektivs ratsam. Dieser Ratgeber zeigt dir praxisnah, welches Objektiv sich für welche Situation eignet und worauf du beim Kauf achten solltest.
Brennweite: Warum sie so wichtig ist

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Die Brennweite ist wohl eines der wichtigsten Kriterien, die es beim Kauf eines Objektivs zu beachten gilt. Sie wird in Millimetern angegeben und kennzeichnet die Entfernung zwischen Sensor und Objektiv-Hauptebene. Hier gilt: je größer die Brennweite, desto enger der Bildwinkel und folglich der Ausschnitt des Bildes. Bei kleineren Sensoren (zum Beispiel APS-C oder Micro-Four-Thirds) ergibt sich ein sogenannter Crop-Faktor. Dadurch wirkt eine Brennweite länger als auf Vollformat. Ein 50-mm-Objektiv entspricht hier oft etwa 75 mm (APS-C). Dem Blickwinkel des menschlichen Auges entspricht etwa ein Objektiv mit 50 Millimetern Brennweite, während kleine Brennweiten als Weitwinkelobjektive gelten. Beträgt die Brennweite weniger als 20 Millimeter, ist meist die Rede von Superweitwinkelobjektiven.
Teleobjektive
Bei einer Brennweite von mehr als 50 Millimetern spricht man hingegen von Teleobjektiven, ab 300 Millimetern sogar von Super-Teleobjektiven. Damit können Objekte per Zoom sehr nah herangeholt werden. Teleobjektive sorgen zusätzlich für eine sogenannte Perspektivkompression, wodurch Hintergründe näher wirken. Das ist ein beliebter Effekt in der Fotografie. Generell gelten Fotos im Brennweitenbereich von 35 bis 70 Millimetern als am natürlichsten, weil dieser Bereich in etwa dem Blickfeld des menschlichen Auges entspricht.

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Welches Objektiv für Porträt?
Für die Porträtfotografie sind vor allem zwei Dinge wichtig: Die abgebildete Person sollte einerseits nahezu unverzerrt abgebildet und andererseits freigestellt werden. Grundsätzlich sind Brennweiten zwischen 50 und 130 Millimetern üblich für die Porträtfotografie. Besonders beliebt sind heute 85 mm und 135 mm, da sie eine starke Hintergrundunschärfe ermöglichen. Besonders empfehlenswert ist der Einsatz einer Festbrennweite. Das bedeutet, du kannst die Brennweite nicht mehr verändern.
Die Vorteile einer Festbrennweite
- Der Rand ist schärfer.
- Die Lichtstärke ist besser, womit die Schärfentiefe geringer ist.
- Schönere Bokeh-Aufnahmen.
Für Anfänger empfehlen wir eine Festbrennweite mit 50 Millimetern. Damit werden Größe und Proportionen der abgebildeten Person annähernd vergleichbar dargestellt (wie sie das menschliche Auge sieht). Als Blende ist f/1.8 ein guter Wert, da die Blendenöffnung lichtstark ist, was die Schärfentiefe gering hält – ideal für Porträts. Ebenfalls empfehlenswert ist eine 85-Millimeter-Festbrennweite. Sie sorgt für eine optimale Abtrennung des Motivs vom Hintergrund und zaubert so beeindruckende Bokehs. Mehr zum Bokeh-Effekt liest du in unserem Artikel „Was ist der Bokeh-Effekt?".

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Welches Objektiv für Hochzeit?
Für die Hochzeitsfotografie gibt es nicht das eine perfekte Objektiv. Vielmehr kommt es hier auf die richtige Mischung gleich mehrerer Objektive an. Ganz grundsätzlich sollte, um möglichst viele verschiedene Szenen gekonnt einzufangen, ein Brennweitenbereich von 35 bis 200 Millimetern abgedeckt werden.
Empfohlene Objektive
- 35 mm: Damit können Sie ganze Räume erfassen, ideal also für das Fotografieren der eigentlichen Zeremonie. Mit dieser Brennweite können Sie das Hochzeitspaar perfekt und auch die anwesenden Gäste im Hintergrund perfekt in Szene setzen.
- 50 mm: Das "Standard"-Objektiv für die möglichst realistische Abbildung von Menschen, da es der Sichtweise des menschlichen Auges nahekommt. Eignet sich besonders für das Fotografieren kleinerer Gruppen, des Hochzeitsessens oder auch der Hochzeitstorte. Unverzichtbare Brennweite für jede Hochzeit.
- 85 mm: Ideal, um Porträtfotos des Hochzeitspaars anzufertigen. So steht das Paar im Vordergrund, während der Hintergrund unscharf wird – ein schönes Bokeh entsteht.
- 70 – 200 mm: Sie möchten sich während der Hochzeit eher dezent im Hintergrund halten? Dann ist ein Objektiv mit einer Brennweite zwischen 70 und 200 Millimetern die richtige Wahl. Zwar ist das Objektiv etwas wuchtiger und schwerer, doch aus einiger Entfernung gelingen damit beeindruckende Bilder. Unbedingt ein lichtstarkes Objektiv wählen.
- Lichtstarke Zoomobjektive (zum Beispiel f/2.8) sind heute Standard in der Eventfotografie.

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Welches Objektiv für Landschaft?
Bei Landschaftsaufnahmen ist klar, was erreicht werden soll: Möglichst viel Landschaft auf das Bild bekommen. Das funktioniert am besten mit Weitwinkelobjektiven mit einer Brennweite von 14 bis zu 35 Millimetern. Denn: je geringer die Brennweite, desto mehr Landschaft ist auf dem Foto zu sehen. Wichtig ist auch eine kleine Blendenöffnung (z. B. f/8 bis f/11). Damit stellst du sicher, dass das Bild über den gesamten Bereich hinweg möglichst scharf ist.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen
Welche Brennweite entspricht dem menschlichen Auge?
Eine Brennweite von etwa 50 Millimetern entspricht dem natürlichen Seheindruck des menschlichen Auges (bezogen auf Vollformatkameras).
Was bedeutet Brennweite bei einem Objektiv?
Die Brennweite beschreibt den Abstand zwischen Sensor und Objektiv sowie den Bildwinkel. Sie bestimmt, wie viel vom Motiv auf dem Foto zu sehen ist.
Wann spricht man von Weitwinkel oder Teleobjektiv?
Unter 50 Millimetern spricht man von Weitwinkelobjektiven, über 50 Millimetern von Teleobjektiven. Sie unterscheiden sich vor allem im Bildausschnitt und in der Perspektive.
Welche Brennweite eignet sich für Porträts?
Für Porträtfotos sind Brennweiten zwischen 50 und 130 Millimetern ideal. Besonders beliebt ist eine 50-mm-Festbrennweite für natürliche Ergebnisse.
Warum sind lichtstarke Objektive wichtig?
Lichtstarke Objektive ermöglichen bessere Fotos bei wenig Licht und sorgen für eine stärkere Hintergrundunschärfe (Bokeh), was besonders bei Porträts beliebt ist.
Brauche ich als Einsteiger mehrere Objektive?
Nicht unbedingt. Für den Anfang reicht oft ein vielseitiges Objektiv. Mit wachsender Erfahrung kann es sinnvoll sein, gezielt zu erweitern.
Fazit
Die Wahl des richtigen Objektivs hängt stark davon ab, was du fotografieren möchtest. Während eine Brennweite von rund 50 Millimetern dem natürlichen Seheindruck entspricht, sorgen Weitwinkelobjektive für große Bildausschnitte und Teleobjektive für das Heranholen entfernter Motive. Für Porträts haben sich Brennweiten zwischen 50 und 130 Millimetern bewährt, während bei Hochzeiten eine flexible Kombination mehrerer Objektive im Bereich von etwa 24 bis 200 Millimetern sinnvoll ist. In der Landschaftsfotografie kommen vor allem Weitwinkelobjektive bis etwa 35 Millimeter zum Einsatz, um möglichst viel von der Szene einzufangen.
